Vision, Kultur, Upscaling

Artikel von Dr. Yvonne Ventur

Was Gründer und Nachfolgesuchende gemeinsam haben

Auf den ersten Blick wirken Startups und KMUs wie Gegensätze: Hier die jungen, innovationsgetriebenen Gründerteams - dort die etablierten, oft familiengeführten Betriebe mit jahrzehntelanger Tradition. Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich erstaunliche Parallelen: Beide stehen vor der Herausforderung, Wachstum zu gestalten und gleichzeitig den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Bei Startups suchen Gründer oft Unterstützung im Upscaling, um ihr Unternehmen gezielt zu skalieren, bleiben aber selbst aktiv an Bord. Bei KMUs steht dagegen meist die strategische Nachfolge im Fokus - also die Frage, wer das Unternehmen in die nächste Generation oder unter neue Führung führt. Trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte verbindet beide das Ziel, Wachstum mit Stabilität und Kultur in Einklang zu bringen.

Bei Startups geht es um Skalierung: Gründer wollen ihr Unternehmen weiterentwickeln, neue Märkte erschließen, Produkte optimieren und Teams vergrößern – ohne dabei Kultur und Vision zu verlieren. Dabei sind nicht allein Kapital oder Prozesse entscheidend - es braucht strategische Partner, die helfen Wachstum planvoll und strukturiert zu gestalten.

Ähnlich ist die Situation bei KMUs auf Nachfolgesuche. Hier gilt es, Nachfolger zu finden, die bestehenden Werte respektieren, die Organisation verstehen und dennoch frische Impulse für Digitalisierung, neue Märkte oder Produktinnovationen einbringen. Eine gelungene Nachfolge ist damit auch immer ein strategisches Upscaling - die bewusste Weiterentwicklung von Strukturen, Prozessen und Kultur.

Ob Gründer oder Nachfolger: Soft Skills und persönliche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Wachstum gelingt nicht allein durch Strategien, sondern durch Menschen. Empathie, Kommunikationsstärke, Entscheidungsfreude und Anpassungsfähigkeit sind notwendig, um Teams zu führen, Veränderungen zu gestalten und Risiken bewusst zu steuern. Auch die Mitarbeitenden selbst müssen bereit sein, sich auf Neues einzulassen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Zukunft des Unternehmens mitzuwirken.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Unternehmenskultur. Sie entscheidet, ob Upscaling gelingt oder scheitert. Während KMUs oft eine durch Tradition und Beständigkeit geprägte Kultur leben, herrscht in Startups meist Dynamik und Innovationsdrang. Wer Wachstum gestalten will - Gründer wie Nachfolger gleichermaßen - muss die Kultur verstehen, bewahren und gezielt weiterentwickeln. Nur so lassen sich Teams mitnehmen, Motivation hochhalten und Innovationspotenziale ausschöpfen.

Fazit: Ob Gründer, der skaliert, oder Unternehmer, der übergibt - beide verfolgen im Kern dasselbe Ziel: nachhaltiges Wachstum bei Wahrung der eigenen Identität. Damit stehen sie vor ähnlichen Aufgaben: Strategische Planung, klare Führung, kulturelle Sensibilität und die richtigen Soft Skills bilden dafür die Grundlage. Wer Vision, Struktur und Menschen zusammenführt, kann Upscaling gestalten, Nachfolge sichern und das Unternehmen langfristig zukunftsfähig machen. 

Nachfolge und Upscaling folgen derselben Logik - beide brauchen Mut, Klarheit und Vertrauen.


Dr. Yvonne Ventur I TROCKLE Unternehmensberatung