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Transformationale Führung - Resümee

 

 

In unserem letzten Beitrag zur Transformationalen Führung haben wir die Frage gestellt, warum die bisher sehr lange praktizierten Führungskonzepte der Transaktionalen Führung (z.B. der Situative Führungsstil) nicht mehr als ausreichend erscheinen.

Dazu haben wir ausgeführt, dass die Transformationale Führung zwar auf dem Konzept der Transaktionalen Führung aufbaut, aber dann doch darüber hinaus geht und versucht, durch das Ansprechen von Emotionen das Bewusstsein und Verhalten der Mitarbeiter auf eine “höhere“ Ebene zu bringen. Gleichzeitig sollen Sinn und Bedeutung von gemeinsamen Zielen und Idealen verdeutlicht sowie Mitarbeiter motiviert werden, durch exzellente Leistungen einen wertvollen Beitrag am Abteilungs- und Unternehmenserfolg zu erbringen.

 

“Positive Ausstrahlung als Führungskraft“, “Vorbild für seine Mitarbeiter“, “durch emotionale Zielbilder seine Mitarbeiter mitreißen“ – möglicherweise werden Sie fragen: Wofür das alles? Hat sich etwas in unseren Unternehmen verändert – vielleicht bei den Gesamtzielen, die dann für die einzelnen Bereiche und Mitarbeiter “heruntergebrochen“ werden? Finden Vorgesetzte in den Zielvereinbarungsgesprächen mit ihren Mitarbeitern keine gemeinsame Basis mehr und erst recht keinen Konsens bei der Zieldefinition?

 

Oder ist der Arbeitsaufwand größer und damit die Arbeitsbelastung höher geworden? Nagen Zeitaufwand und Stress an der Arbeitsmotivation der Mitarbeiter, sinken Leistungsbereitschaft und –fähigkeit sowie die Stressresistenz?

 

Auch bei Veränderungsprozessen sollen sich die Führungskräfte emotional einbringen, das Kreativpotential ihrer Mitarbeiter anreizen, ihre Flexibilität erhöhen und mit neuen Arbeitssituationen und Umfeldfaktoren in Einklang bringen.

 

Insgesamt scheint es so zu sein, dass man annimmt, Mitarbeiter mit den herkömmlichen Führungskonzepten nicht mehr ausreichend genug motivieren zu können. Da schaut man zu den Führungskräften mit charismatischer Ausstrahlung und wundert sich, wie diese ihre Mitarbeiter mit ihrer besonderen Persönlichkeit zu Höchstleistungen anspornen – und das auch mit langanhaltendem Erfolg.

Ist bei diesen Beobachtungen das Konzept der Transformationalen Führung entstanden? Dieser Frage sind wir nicht weiter nachgegangen – aber Fakt ist, dass man versucht, Eigenschaften der charismatischen Führer im Konzept der Transformationalen Führung zu operationalisieren.

Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, wie bei vielen Führungskräften dieser persönliche Veränderungsprozess auch unter dem Aspekt Authentizität vonstatten gehen soll.

 

Denken Sie einmal darüber nach...

 

 

 

Jochen Trockle