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ACHEMA 2022 – Was war für den HealthCare-Sektor dabei?

 

Bei der ACHEMA 2022 vom 22. - 26. August trafen sich 2.200 Aussteller aus mehr als 50 Ländern mit 70.000 Anwendern und Einkaufsverantwortlichen aus der Pharma/Biotech-, Chemie- und Lebensmittelindustrie. 

Die Pandemie forderte jedoch Ihren Tribut, da diese ursprünglich für Juni 2021 angesetzte Leitmesse für Prozess- und Verfahrenstechnik um mehr als ein Jahr verschoben werden musste und Besucher- und Ausstellerzahlen deutlich hinter den vorhergehenden Messen zurückblieben. Der begleitende Fachkongress dagegen verzeichnete einen erfreulichen absoluten Teilnehmerzuwachs. Dies verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig der persönliche und internationale Austausch über Innovationen bei Equipment und Verfahren auch in Zukunft sein wird.

Fokusthemen 

Die 3 Fokusthemen der Messe trafen bei Besuchern aus Pharma und Biotech auf reges Interesse: „Digital Lab“ widmete sich dem Ausblick von heute in das effiziente und reproduzierbare Analyse- und Versuchslabor von morgen; „Product und Process Security“ stellte Lösungen für Sicherheitsaspekte von Produkt- und Datensicherheit bis hin zur Cyber-Attacke vor; im Schwerpunkt „Modular und Connected Production“ wurden u. a. die technischen Möglichkeiten bei der vertikalen und horizontalen Integration von Herstellprozessen dargestellt.

Besonders beeindruckend waren dabei die Fortschritte im HealthCare-Segment auf dem Gebiet der Digitalisierung zur Automatisierung und Flexibilisierung von Produktionsprozessen bei Anlagen und Linien sowie bei der integrierten Steuerung der Produktion vom ERP (Enterprise Ressource Planning), über die MES-Ebene (Manufacturing Execution System) bis hin zur Linien- bzw. Maschinen-Ebene.

Trends

Zusätzlich zu diesen 3 Fokusthemen stellten viele Aussteller ihre erzielten Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit vor. Vor dem Hintergrund der durch Pandemie und Krieg unsicher gewordenen Versorgungslage sowie massiv gestiegenen Kosten und Lieferzeiten, sind die geleisteten Anstrengungen für industrielle Anwender und Ausrüstungshersteller gleichermaßen richtungsweisend. 

 

Im Fokus standen etwa die Einsparung von Energie und Medien, die Erhöhung der Modularität (Gleichteile) von Maschinen, bei Batch-Verfahren die Optimierung von Ausbeute und Prozessdauer, im Bereich der Verpackung das Green Packaging durch Umstellen auf Papier/Karton bzw. auf Mono-Kunststoffe. 

 

Die in der Vergangenheit von vielen Herstellern forcierten Themen wie Continuous Pharma Manufacturing und O. E. E. (Overall Equipment Effectiveness) waren auf der ACHEMA 2022 nicht mehr so präsent. 

Beim Thema O. E. E. wurde jedoch deutlich, dass die Ausrichtung von Anlagen und Maschinen auf schnelle Produktwechsel, hohe Bedienerfreundlichkeit, zuverlässige Reinigungsverfahren und störungsarmen bzw. -freien Prozessverlauf schon in die DNA fast aller Hersteller übergegangen ist.

Fazit

Mit dem Ende der Pandemie-bedingten Einschränkungen wird diese weltweit führende Messe der Prozess- und Verfahrenstechnik beim nächsten Termin im Juni 2024 sicher wieder den ihr zustehenden Rahmen finden, getreu dem Motto „Nach der Messe ist vor der Messe“.

 

Dr. Torsten Ziegler I Senior Partner

TROCKLE Unternehmensberatung